Clean-Up-Day: sekundenschnell weggeworfen, jahrzehntelang sichtbar
Eine Getränkedose ist in wenigen Minuten leer. Eine PET-Flasche begleitet uns vielleicht einen Nachmittag und ein Kunststoffsack wird häufig nur einmal verwendet. Gelangen solche Gegenstände jedoch in die Natur, bleiben sie oft über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte bestehen. Was für uns längst vergessen ist, verschwindet nicht einfach.
Wie lange dauert es, bis sich Abfall zersetzt?
Eine genaue Antwort gibt es nicht. Die Zersetzungsdauer hängt von vielen Faktoren ab, etwa vom Material, der Grösse sowie von Wetter und Umgebung. Ob ein Gegenstand im Wald, im Boden oder im Wasser liegt, macht ebenfalls einen Unterschied. Die bekannten Angaben sind deshalb Richtwerte. Sie zeigen jedoch eindrücklich, über welche Zeiträume falsch entsorgter Abfall unsere Umwelt belasten kann.
PET-Flasche: rund 400 bis 450 Jahre.
PET ist ein besonders langlebiger Kunststoff. Statt sich biologisch abzubauen, zerfällt er durch Sonnenlicht und Witterung nach und nach in immer kleinere Teile. Dabei entsteht Mikroplastik, das kleiner als fünf Millimeter ist und sich nur schwer aus Böden und Gewässern entfernen lässt.
Aluminiumdose: rund 200 bis 500 Jahre.
Aluminium reagiert mit Sauerstoff und bildet an seiner Oberfläche eine dünne Oxidschicht. Diese schützt das darunterliegende Metall und verlangsamt die weitere Korrosion.
Glasflasche: über 4'000 Jahre, teilweise werden bis zu 50'000 Jahre genannt.
Unter natürlichen Bedingungen wird Glas praktisch nicht abgebaut und kann mehrere tausend bis zehntausend Jahre oder sogar für immer in der Umwelt verbleiben. In der richtigen Sammlung lässt es sich jedoch beliebig oft einschmelzen und nahezu ohne Qualitätsverlust zu neuen Produkten verarbeiten. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag zum Thema Glas.
Tetra Pak: über 30 Jahre.
Ein Getränkekarton besteht nicht nur aus Karton, sondern auch aus Kunststoff und teilweise aus Aluminium. Während die Papierfasern durch Feuchtigkeit relativ schnell zerfallen, bleiben die Kunststoffschichten und das Aluminium wesentlich länger erhalten.
Kunststoffsack: rund 100 Jahre oder länger.
Ein dünner Kunststoffsack wirkt wenig widerstandsfähig, besteht aber aus langlebigen Kunststoffverbindungen. Wind und Sonnenlicht können ihn relativ schnell zerreissen, seine Bestandteile bleiben jedoch lange erhalten.
Konservendose: rund 50 bis 100 Jahre.
Konservendosen bestehen meist aus Stahlblech und sind häufig mit einer dünnen Schutzschicht versehen. Wird diese beschädigt, reagiert das Metall mit Sauerstoff und Feuchtigkeit, wodurch sich Rost bildet. Feuchtigkeit, Salz und saure Böden können den Abbauprozess beschleunigen.
Vom Abfall zurück zum Rohstoff
Eine Aluminiumdose am Strassenrand ist Abfall. Landet sie jedoch in der richtigen Sammlung, wird daraus wieder ein wertvoller Rohstoff, genau wie bei PET, Glas, Stahl und vielen anderen Materialien. Wie wichtig das ist, zeigen die Zahlen: Das Bundesamt für Umwelt schätzt, dass allein durch Littering jedes Jahr rund 2’700 Tonnen Kunststoff in Schweizer Böden und Gewässer gelangen.
Genau hier setzt der Clean-Up-Day an. Jedes Jahr engagieren sich zehntausende Menschen in der ganzen Schweiz für eine sauberere Umwelt. 2025 beteiligten sich rund 65’000 Helfende an über 700 Aufräumaktionen und sammelten Abfälle aus Wiesen, Wäldern, Gewässern und öffentlichen Räumen.
Doch hinter diesen Aufräumaktionen steckt mehr als der Wunsch nach sauberen Landschaften. Jeder korrekt entsorgte Gegenstand schützt Tiere und Pflanzen, hält Rohstoffe im Kreislauf und spart die Gewinnung neuer Ressourcen. Der Clean-Up-Day macht deshalb deutlich: Abfall verschwindet nicht einfach von selbst. Wird er richtig gesammelt und recycelt, kann daraus wieder etwas Neues entstehen. Aus Abfall wird Rohstoff und aus einer kleinen Handlung ein Beitrag für die Umwelt.
Fränzi Bachmann
Marketing
Publikationsdatum: 18.09.2026